Bei Trzuskawica S.A. ist die Digitalisierung von Produktionsprozessen kein Selbstzweck, sondern ein Instrument zur Verbesserung von Effizienz, Stabilität und Planbarkeit der Produktion. Rafał Kędzierski – Performance Manager bei Trzuskawica S.A. – spricht über den Umfang der Implementierung, messbare Ergebnisse sowie über die Rolle von Daten im täglichen Produktionsmanagement.

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Wann und in welchem Umfang wurde das TMS-System implementiert?
Rafał Kędzierski: Das TMS-System wurde im Jahr 2022 bei Trzuskawica S.A. implementiert, um automatisierte Berichte sowie eine konsolidierte KPI-Auswertung für den gesamten Produktionsprozess zu ermöglichen – im Einklang mit den Standards der CRH-Gruppe und den spezifischen Anforderungen der lokalen Produktion.

Die Implementierung umfasste die gesamte Prozesskette – vom Abbau über den internen Transport bis hin zur Produktion der Endprodukte, darunter:

  • 40 PRECIA MOLEN Bandwaagen,
  • 2 Bagger (CAT, Volvo),
  • 9 Muldenkipper für den innerbetrieblichen Transport im Steinbruch,
  • 10 Radlader (Volvo, Liebherr – sowohl eigene als auch von Subunternehmern),
  • 12 Lkw von Subunternehmern (IVECO, MAN, Renault, Mercedes).

Das System wurde außerdem um zusätzliche Messpunkte erweitert, unter anderem durch die Instrumentierung einer Filterpresse, bei der Daten direkt aus Steuerungssignalen erfasst werden. Dadurch konnte der gesamte Betriebszyklus auch in Bereichen abgebildet werden, die zuvor außerhalb klassischer Überwachungssysteme lagen.

Ein zentraler Bestandteil der Implementierung war die Automatisierung der KPI-Berichterstattung sowie die Sicherstellung konsistenter Daten für alle Managementebenen – von Bedienern und Schichtleitern bis hin zum Management und Performance-Teams.

Die Installation von TMS auf den Fahrzeugen der Subunternehmer ermöglichte zudem die Automatisierung der Abrechnung von Transportdienstleistungen für Trzuskawica.

Welche Ziele standen hinter der Implementierung des TMS-Systems?

R.K.: Das Hauptziel bestand darin, eine objektive, datenbasierte Grundlage zur Verbesserung der Produktionsprozesse im Sinne der Lean-Management-Prinzipien zu schaffen.

Zu den wichtigsten Zielen gehörten:

  • Identifizierung und Beseitigung von Engpässen,
  • Verbesserung der Rohstoffzufuhr zu den Brechern,
  • Reduzierung von Maschinenstillständen,
  • Verbesserung des Informationsflusses zwischen den Beteiligten im Produktionsprozess,
  • effizientere Nutzung der Ladegeräte,
  • Konsolidierung der KPI-Berichterstattung über alle Produktionsstufen hinweg,
  • Steigerung der Effizienz des innerbetrieblichen Transports.

Bei einem Betrieb dieser Größenordnung hat jede Stunde Stillstand einen messbaren Einfluss auf das Ergebnis, weshalb der Übergang zu einer datenbasierten Steuerung auf Grundlage von Echtzeitinformationen entscheidend war.

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Welche messbaren Ergebnisse brachte die Implementierung von TMS?

R.K.: Die Ergebnisse sind vollständig messbar und werden auch auf Konzernebene berichtet. Zu den wichtigsten Ergebnissen der aktiven Nutzung des TMS-Systems gehören:

  • +17 Stunden zusätzliche Nutzungszeit der Muldenkipperflotte,
  • –11 % Reduzierung der Maschinenstillstandszeiten,
  • +5.000 Tonnen zusätzlicher monatlicher Transportleistung durch optimierte Transportzyklen,
  • verbesserte Kontinuität der Materialzufuhr zur Brechanlage sowie kürzere Fahrzeiten der Muldenkipper.

Diese Ergebnisse wurden durch die Einführung operativer Verfahren, KPI-Analysen sowie die kontinuierliche Überwachung von Prozessparametern erreicht. Eine detaillierte Analyse von Zykluszeiten, Entladevorgängen und Transportwegen ermöglichte es, für jeden der neun Muldenkipper eine zusätzliche Fahrt pro Tag durchzuführen, was direkt zu höheren Transportvolumen führte.

Gemeinsam bewegen wir uns in Richtung Industry 5.0 und setzen die Digitalisierung der Produktionsprozesse konsequent fort. Die Erfahrungen aus Trzuskawica S.A. haben zudem dazu beigetragen, dass TMS-Lösungen auch in anderen Unternehmen der CRH-Gruppe implementiert wurden, unter anderem in Rumänien und der Slowakei.

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Wie unterstützt TMS das tägliche Produktionsmanagement?

R.K.: Das TMS-System ermöglicht einen kontinuierlichen Zugang zu operativen Daten sowie übersichtliche KPI-Visualisierungen in verschiedenen Zeiträumen – Schicht, Tag, Woche, Monat, Quartal und Jahr.

Zusätzlich nutzen wir Messungen des Stromverbrauchs in ausgewählten Produktionsbereichen. Je nach Analysebedarf können diese Messpunkte flexibel verlagert werden, wodurch sich die Energieintensität einzelner Prozesse gezielt untersuchen lässt.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist die detaillierte Analyse von Stillstandszeiten, die nicht nur als Ausfall, sondern als eigenständiger Qualitätsindikator des Prozesses betrachtet werden. Dieser Ansatz ermöglicht:

  • eine bessere Planung des Maschineneinsatzes,
  • ein höheres Bewusstsein bei den Bedienern,
  • schnellere Reaktionen auf Abweichungen von operativen Standards.

Eine weitere nützliche Funktion ist die Möglichkeit, Ursachen von Produktionsunterbrechungen und Stillständen direkt im System zu erfassen. Dadurch können wir besser verstehen, warum Produktionsprozesse nicht immer kontinuierlich und stabil verlaufen.

Die Analyse dieser Ursachen zeigt, welche Probleme am häufigsten auftreten, wie lange sie dauern und welchen Einfluss sie auf die Produktionsziele haben. Entscheidungen basieren somit nicht mehr auf Vermutungen, sondern auf realen operativen Daten.

Das System erfasst außerdem den Kraftstoffverbrauch während des Betriebs und im Leerlauf, wodurch genau nachvollzogen werden kann, wann und unter welchen Bedingungen Kraftstoff verbraucht wird. So lassen sich beispielsweise ungewöhnlich hoher Verbrauch oder lange Leerlaufzeiten erkennen.

Diese Erkenntnisse bilden eine solide Grundlage für Verbesserungen in der Arbeitsorganisation.

Darüber hinaus bilden die TMS-Daten die Grundlage für weitere Initiativen im Bereich Predictive Maintenance, indem operative Ereignisse mit Wartungsmaßnahmen und der technischen Effizienz von Maschinen verknüpft werden.

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Wie sieht die Zusammenarbeit mit TMS bei der Weiterentwicklung des Systems aus?

R.K.: Unsere Zusammenarbeit mit TMS hat wirklich Partnerschaftscharakter. Wir melden unsere Bedürfnisse und Ideen für Verbesserungen, und das TMS-Team entwickelt gemeinsam mit der technischen Abteilung konkrete Lösungen, die unsere Prozesse tatsächlich verbessern – und nicht nur neue Technologie bereitstellen.

Diese Zusammenarbeit konzentriert sich auf die gemeinsame Entwicklung von Funktionen, die den realen Anforderungen des Werks entsprechen. Beispiele dafür sind Berichte, die mit Förderbandrichtungen und produzierten Fraktionen verknüpft sind, sowie die Integration von Daten in andere Analysetools wie Power BI und Excel.

Dank dieses Ansatzes verfügt Trzuskawica S.A. seit 2022 über eine kontinuierliche operative Datenhistorie, die Vergleichsanalysen, Trendbeobachtungen, Benchmarking und die Umsetzung weiterer Optimierungsprojekte ermöglicht.

In einem Satz: TMS ist…

R.K.: …ein Technologiepartner, der unsere Anlagen sehr gut kennt, uns in wichtigen operativen Prozessen begleitet und aktiv zur kontinuierlichen Verbesserung beiträgt.

Interview geführt von Damian Wiercioch

Rafał Kędzierski – Performance Manager bei Trzuskawica S.A. (CRH Group). Verantwortlich für die Überwachung der operativen Effizienz, KPI-Analysen sowie die Verbesserung von Produktionsprozessen auf Basis von Daten und Lean-Management-Prinzipien.

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